Dichtstoff-Lexikon

Kleines Dichtstoff-Lexikon

QUALITÄT

Dichtstoff-Lexikon – Nicht jeder Dichtstoff ist für jede Aufgabe geeignet. Aus diesem Grund gibt es eine Vielzahl von Produkten für genau definierte Anwendungen. Auch bei gleichen Systemen gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Fabrikaten. Der Hersteller hat durch die Zusammensetzung seiner Rezeptur maßgebenden Einfluss auf die Qualität des Endproduktes.
Für Sie als Verarbeiter bedeutet das, das die alleinige Angabe der Rohstoffbasis noch keine Aussage über die mechanischen oder chemischen Eigenschaften des jeweiligen Fabrikates gibt. Zur Beschreibung der Materialeigenschaften stehen dem Verarbeiter Herstelleraussagen in Form von Datenblättern zur Verfügung. Die darin angegebenen Informationen sind aufgrund unterschiedlicher Prüfverfahren und Standards nur schwer bzw. nicht mit anderen Produktdaten vergleichbar. Es stehen Ihnen mit DIMA-Produkten geprüfte und alltagsbewährte Produkte in bester Qualität zur Verfügung.

Fazit: Wer unsere Produkte verarbeitet, kauft Sicherheit. Das bedeutet für Sie konkret: Keinen Ärger mit Reklamationen und somit zufriedene Kunden und mehr Erlös!

WARTUNGSFUGE

Definition nach DIN 52 460 Begriffe: Die Wartungsfuge ist eine starken chemischen und/oder physikalischen Einflüssen ausgesetzte Fuge, deren Dichtstoff in regelmäßigen Zeitabständen überprüft und gegebenenfalls erneuert werden muss, um Folgeschäden zu vermeiden. Auch Dichtstoffe haben in ihrer Belastbarkeit Grenzen, die bei normaler Nutzung nicht erreicht oder überschritten
werden.

Beachtet werden muss: Die Wartungsfuge unterliegt nicht der Gewährleistung üblicher Verfugungsarbeiten. Dies hat zur Konsequenz, dass die Wartungsfuge bereits vor der Ausführung benannt und festgelegt sein muss. Welche Fuge als Wartungsfuge eingestuft werden soll, muss schon im Angebot festgeschrieben sein. Ein „Nachkarten“ im Schadensfall ist nicht möglich.

DREIFLANKEN-HAFTUNG

Um seine Aufgaben als bewegungsausgleichende Abdichtung erfüllen zu können, muss der Dichtstoff freie Bewegungsmöglichkeit haben. Dies ist gegeben, wenn das Dichtstoffprofil ungehindert den Zug- und Druckbewegungen zwischen den Fugenflanken nachgeben kann. Daher darf nur zu den Seitenflanken eine feste Verbindung bestehen. An der Rückseite, also im unteren hinteren Teil der Fuge, muss das Dichtstoffprofil frei beweglich bleiben.
Wenn dies nicht gegeben ist, wird das Material überfordert und es können im Dichtstoff Kerbrisse auftreten, die bis zum vollständigen Durchreißen führen können. Bei Abdichtungsarbeiten muss also dafür gesorgt werden, dass eine Haftung im hinteren Teil der Fugen nicht möglich ist. In den meisten Fällen wird die Tiefe der Fuge durch Hinterfüllmaterial begrenzt.
Es werden dazu Produkte genommen, auf denen Dichtstoffe keine feste Verbindung eingehen können, z. B. Profilschnüre aus geschlossenporigem Polyethylen (PE) oder Polyurethanschaum (PUR). In einigen Fällen ist die vorgegebene Fuge nicht ausreichend tief – der Untergrund muss mit Folien (z. B. PE)
abgedeckt werden.

SCHIMMELPILZBEFALL

Das Problem des Schimmelpilzbefalls trifft alle am Markt befindlichen RTV-1 Dichtstoffe. Deshalb sind unsere Produkte, wenn es das Anforderungsbild nicht ausschließt, fungizid (pilzhemmend) ausgerüstet.
Die Wirksamkeit aller fungizid ausgerüsteten Dichtungsmassen ist beschränkt und daher keine Garantie. Aus diesem Grund empfehlen wir die unten beschriebenen Vorsorgemaßnahmen durchzuführen.
Bei einem Primärfall muss die Schimmelspore bereits in der ersten Entwicklungsphase eine Substanz als verwertbaren Nährstoff vorfinden.
Dies ist bei Dichtstoffen aber nicht möglich. Im konkreten Fall schimmelt daher nicht zuerst der Dichtstoff, sondern eine auf der Oberfläche vorhandene Schmutzschicht (z.B. Textilstaub, Seifen- oder Fettreste).
Gerade sichtbare Schimmelpilze (schwarze bzw. gelbe Punkte) können meist noch erfolgreich von der Oberfläche des Dichtstoffes entfernt werden. Sehr effektiv erweisen sich chlorhaltige Reinigungsmittel. Bei
Sekundärbekämpfung ist der Schimmel bereits im Dichtstoff verankert, so dass die gesamte Verfugung entfernt werden muss. Eine zusätzliche Desinfektion der näheren Umgebung der Haftflächen mit einer Lösung eines Desinfektionsmittels hat sich bestens bewährt.
Die erneuerte Abdichtung muss in jedem Fall mit einem fungizid eingestellten Dichtstoff ausgeführt werden. Bei allen Gegenmaßnahmen muss beachtet werden, dass damit die Ursache der Schimmelbildung selbst nicht beseitigt wird. Wenn also auf diesem Gebiet keine Gegenmaßnahmen (z.B. Trockenheit, ausreichende Belüftung und Reinigung mit einem Desinfektionsmittel) ergriffen werden oder nicht ergriffen werden können, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die ersten Schimmelsporen wieder so weit entwickelt haben, dass der Schimmelpilz sichtbar wird.

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