Mai08

Silikonfugen erstellen


Übersicht zur Vorbereitung und zum Verfugen von Silikon und Acryl

1. Fugenausbildung

Bei bewegungsausgleichenden Fugen sollten die Dimensionen auf die Bewegungsaufnahme ausgelegt sein. Da es keinen universellen Dichtstoff gibt, muss objektbezogen entschieden werden, welches System Anwendung findet. Mit  unseren Dichtstoffen erhalten Sie immer das Produkt für eine professionelle Fugenabdichtung, optimale Verarbeitungseigenschaften und lange Lebensdauer.

Die Haftflächen (Fugenflanken) müssen tragfähig, trocken, staub- und fettfrei sein. Verträglichkeit des Dichtstoffes mit dem Untergrund prüfen. Falls erforderlich, die Haftflächen mit systemkonformem Primer oder Haftreiniger grundieren. Bitumenhaltige Untergründe sind als Haftgrund nicht geeignet. Garantien jeglicher Art sind vom Verarbeiter vor Arbeitsbeginn schriftlich abzulehnen. Dehnungsfugen sind wartungsbedingte Fugen nach DIN. 

2. Abdecken der Fugenränder

Bei der Verarbeitung von Polyurethan-, MS-Polymer- und Thiokoldichtstoffen empfiehlt sich zum Schutz vor Dichtstoffanhaftungen die Verwendung eines Flachkreppbandes (z. B. Kreppband). Hierbei Fugenränder exakt mittels des Bandes beidseitig abkleben, Klebeband gut andrücken und sofort nach dem Abglätten entfernen.

3. Haftung von Dichtstoffen

Bei problematischen Werkstoffen oder schlechter Haftung (billige Acryl-Bade- und Duschwannen) muss der Untergrund mit einem Primer oder Haftreiniger grundiert werden, um eine dauerhafte Optimierung der Haftung des Dichtstoffes auf der Fugenflanke zu erzielen. Wahl der Grundierung gemäß Primer-Tabelle oder nach Rücksprache mit unserer Technik. Grundierung gut umrühren oder schütteln. Unverdünnt mit einem Pinsel oder Lappen (bei Haftreiniger) auf die trockenen und gereinigten Haftflächen auftragen und ablüften lassen. Die Ablüftezeiten entnehmen Sie dem Produkt-Etikett oder technischen Datenblatt. Haftreiniger eignen sich besonders für Metalle aller Art und zeichnen sich durch eine Kombination aus Reiniger und Haftvermittler sowie eine kurze Ablüftezeit aus. Primer sind filmbildend und können nach der Aushärtung nicht mehr entfernt werden. Daher sorgfältig arbeiten und Fleckenbildung und Verunreinigungen vermeiden, insbesondere auf lösemittelempfindlichen Oberflächen.

4. Hinterfüllung von Dehnfugen

Meistens sind die Fugenöffnungen konstruktiv tiefer ausgelegt als notwendig und sind dadurch für eine dauerhaft funktionsfähige Abdichtung ungeeignet. Je nach Fugentyp gibt es verschiedene Hinterfüll-Produkte für alle Verwendungszwecke. Für Innen-, Fensteranschlussfugen sowie für alle Fugen, die nicht der DIN 18540 unterliegen, empfehlen wir Ihnen unsere offenzelligen DIMA H+HS Rundschnüre. Für Fugenabdichtungen, die der DIN 18540 unterliegen, empfehlen wir Ihnen unsere DIMA PE-Rundschnüre, erhältlich als Voll- oder Hohlprofil. Bei Dehnfugenausbildung als Brandschutzfuge nach DIN 4102-A1 (F90-F180) empfehlen wir Ihnen unser geprüftes und bewährtes Produkt FEUER-FLEX Brandschutzfugenschnur (Verarbeitungsanleitung beachten). Als Vorfüller müssen die Produkte die Eigenschaft haben, eine Dreiflankenhaftung zu vermeiden um den Dichtstoff in seinen Eigenschaften nicht zu beeinträchtigen. Der Hinterfüller ist entsprechend der Fugenbreite auszuwählen, d. h. offenzellige und geschlossenzellige Rundprofile mit einer Komprimierung von 25 % in der Fuge platzieren. Bei Brandschutzfugenschnüren unbedingt die Ausführungsbestimmungen der Fugenbreiten beachten, um eine DIN-konforme Dehnfuge zu erhalten. PE-Rundschnüre nicht mittels scharfer Werkzeuge in die Fuge einbringen, um die Oberfläche nicht zu beschädigen (Gefahr von Blasenbildung). Wir empfehlen generell abgerundete Holzwerkzeuge.

5. Öffnen der Kartuschen/Folienbeutel

Bei Kartuschenverarbeitung: Kartuschenzapfen oberhalb des Schraubgewindes abschneiden, Kartuschendüse je nach Fugenbreite schräg zuschneiden. Bei Beutelverarbeitung: Folienbeutel unterhalb des Metallclips abtrennen, Beutel in Metallrohr der Fugenpistole schieben, Beuteldüse je nach Fugenbreite schräg zuschneiden. Dichtstoff gleichmäßig und blasenfrei in die Fuge einbringen.

6.. Glätten der Fugenmasse

Beim Abglätten von dauerelastischen Fugenmassen ist ein guter Kontakt mit den Haftflächen sicherzustellen. Bei Verwendung von Glättmitteln (wir empfehlen DIMA-Glättmittel) entstandene Wasserstreifen sofort nach dem Glätten entfernen, um dauerhafte Schlieren besonders auf empfindlichen Materialien zu vermeiden. Von der Verwendung von Haushaltsspülmitteln als Glättmittel ist generell abzuraten, da diese oftmals Zusätze enthalten, die Verfärbungen bzw. Beschädigungen der Dichtstoffoberflächen verursachen können. Bei Verwendung von ungeeigneten Glättmitteln erlischt unsererseits die Gewährleistung für DIMA-Dichtstoffe. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass kein Glättmittel zwischen Fugenflanke und Dichtstoff gelangt. Die Haftung des Dichtstoffes wird dadurch unterbunden. Zum Abglätten ein geeignetes Werkzeug verwenden. Diese erhalten Sie bei uns in großer Auswahl für alle Anforderungen.

7. Reinigung und Wartung von Dehnfugen

Die Fugen sind in regelmäßigen Abständen auf mechanische Beschädigungen, Ablösungen oder Schimmelbelastung zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen (Wartungsfuge). Durch elektrostatische Aufladung wird Staub und Schmutz auf die Siliconoberfläche  angezogen. Die Reinigung von Dehnfugen muss deshalb unbedingt feucht erfolgen, da durch trockenes Abreiben Materialabrieb von der Oberfläche erfolgen kann. Bei der Auswahl von Reinigungsmitteln haushaltsübliche und milde Reiniger auswählen, da durch aggressive Reiniger die Fuge chemisch übermäßig belastet wird, was eine vorzeitige Sanierung zur Folge haben kann.



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